• » Abkürzungen
  • » Kontakt
  • » Datenschutz
  • » Impressum
  • » English French German Italian

1960 - 1979

Die Zeit von 1960 bis 1980.


   

1960

In der Fischereistatistik 1960 lag die Büsumer Flotte an führender Stelle. Sie hatte 6.595 Fangreisen unternommen, die einen Ertrag brachten von:
  • 1.800 t Fischen (Hering, Sprotten, Schollen, Seezunge),
  •   750 t Speisekrabben,
  •   355 t Muscheln,
  • 3.500 t Futterkrabben und Gammel.

Der Betrieb der 1921 gegründeten Büsumer Hafenbetriebsgesellschaft ging stark zurück, als 20 Büsumer Hochseefischer sich der Kieler Seefischmarkt GmbH anschließen und ihre Ware nicht mehr in Büsum sondern in Kiel anbieten.
Im Dezember ging die Hafengesellschaft in die Liquidation und die Büsumer Einrichtungen (Fischhalle, Kühlhaus, Eiswerk) wurden vom Kieler Seefischmarkt GmbH gekauft. Sie übernahm nur den Fischumschlag, nicht aber die Anlandungen von Krabben.

Zur 63. Kutterregatta fuhren 102 Kutter in 8 Klassen. Die Sonderzüge waren voll besetzt. Büsum zählte an diesem Tag 11.000 Besucher.

Das Fahrgastschiff "Atlantis" war auf der Werft umgebaut (verlängert) worden.
Das Schiff wurde zweimal verlängert:
  • 1960 von ursprünglich 32 m Länge auf zunächst 49,80 m,
  • 1964 dann auf 52,86 m Länge. 
Im September fuhr die "Atlantis" zum 750. Male zwischen Büsum und Helgoland.

Auf der Hafenbahn entgleiste eine Lokomotive in einer Sandverwehung; Anhaltende trockene Ostwinde hatten frisch aufgespülten Sand im Hafenkoog verweht.

Am hafenecken III war Richtfest, das Futterkalkwerk Max Lange weihte eine neue Lagerhalle ein.

Die geruchsbelästigende Fischmehlfabrik an der Deichhausenerstraße wurde abgebaut und nach Peru verkauft.

Auf einem eingezäunten Gelände im Hafenkoog (am Weg zum Ostdeich) hatten Firmen Versuchsfelder angelegt, um die Witterungsbeständigkeit von Farben und Autoteilen (Lampen und Rückstrahler) zu testen.

Taucher mußten Versandungen in der Seeschleuse beseitigen.
Die Schleuse bekam eine moderne Lichtsignalanlage.

An der Stöpe an der Deichstraße wurden die Seitenwände und die Stemmtore konserviert. Der alte Ostdeich, durch den die Stöpe führt, war immer noch der offizielle Seedeich, weil der 1940 errichtete Hafenkoogdeich noch nicht vollwertig abgenommen worden war.

Am Ende des Hafenbeckens II, dort wo früher die Holzbrücke zur Insel lag, beseitigte ein Eimerbagger die Pfahlreste.

Im November Großeinsatz der Büsumer Feuerwehr am Silo Stöfen: die Trockenanlage war wegen Überhitzung in Brand geraten.

Die Büsumer Werft lieferte in diesem Jahr vier Neubauten (3 KüMoS von 150 bis 300 BRT und das Fahrgastschiff "Amrum" mit 149 BRT).

Das Rettungsboot "Rickmer Bock" wurde in Büsum stationiert.

1961

Fischerei:
Im Spätsommer stieg überraschend der Krabbenfang stark an, es fehlte an Krabbenschälerinnen.
So war ein Aufruf der Fischer in den örtlichen Büsumer Nachrichten zu lesen:
Aufruf an die Büsumer Einwohnerschaft.
Die Fänge unserer Büsumer Krabbenfischer haben sich den Vorjahren gegenüber gebessert. Durch das Verbot der Borsäure ist der Absatz von fangfrischen Krabben nicht mehr entsprechend, sondern wir sind ausschließlich auf das Entschälen von Krabben in Heimarbeit angewiesen. Wir bitten unsere mit den Krabbenfischern verbundene Einwohnerschaft, sich wieder der Entschälung von Krabben zuzuwenden und diesen Erwerbszweig tatkräftig zu unterstützen, um die Existenz unserer Büsumer Fischerei zu erhalten...

In den Wintermonaten wurde um Helgoland Kabeljaufang betrieben, der gute Fänge und Erlöse einbrachte.

Fangerträge in 1961:
  • 2.400 to Fisch (Hering, Sprotten, Schollen, Seezunge, Kabeljau)
  •    950 to Speisekrabben
  • 2.500 to Futterkrabben und Gammel
Timm1
Löschen von Krabbengammel
Timm2
Heringgammel gelöscht auf Dänischen LKW aus Esbjerg
Timm3
Im Watt am Hauptstrand
23 Büsumer Kutterbesitzer entschlossen sich, ihre Kutter abzuwracken. Die Büsumer Flotte wurde ein wenig kleiner.

Hafen & Schiffahrt:
Ein Eimerbagger baggerte die Umfahrt vom Becken II zum Becken III aus und spülte mit dem Baggergut den Raum zwischen Becken III und IV auf.
Ein Saugbagger saugte die Fahrrinne zwischen den Molen aus und drückte das Baggergut über die Ostmole in das Watt vor dem Ostdeich.

Das Amt Büsum verkaufte seine Deiche für 25.000 DM an den Deich- und Sielverband.

Die Bundeswehr führte die Landungsübung "Schildkröte 61" durch; im Hafenkoog wurden umfangreiche Militärlager eingerichtet, überall im Ort traf man Soldaten. 1000 to Versorgungsgüter wurden über den Deich angelandet. Das Depotschiff "Sauerland" lag vor Büsum auf Reede. Sie zu löschen war die Übung in Büsum. 45 to wurden stündlich an Land gebracht.

Der "Büsumer Segler-Verein" wird gegründet. Tonnenleger-Kapitän Lütje wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

An der Regatta nahmen wieder fast 100 Kutter teil und hatten 5.000 der 12.ooo angereisten Gäste an Bord.

Die "Sielaff Werft" feierte das 25 jährige Firmenjubiläum. Drei Frachtschiffe mit 300 bis 660 BRT wurden in diesem Jahr gebaut.

Fahrgastverkehr: Das Bäderschiff "Seute Deern" nahm den Helgolandverkehr von Büsum aus auf.

Auf dem "Großen Vogelsand" in der Elbmündung strandete bei Sturm das Frachtschiff "Ondo". Büsumer Kutter bargen 350 Sack Kakao, das Strandgut wurde beim Strandamt abgegeben.

1962 Sturmflut

Das Jahr, das von der Sturmflut am 16./17. Februar geprägt war.
Es war die seit über 100 Jahren schwerste Sturmflut. In Büsum bestand die ernste Gefahr eines Deichbruchs.

Vor Büsum hielten die Deiche, sie waren aber stark angeschlagen; die Katastrophe eines Deichbruchs am Büsumer Hauptdeich konnte um "Haaresbreite" verhindert werden. Büsum hatte Glück gehabt, weil der Sturm in letzter Minute nachließ und seine Windrichtung änderte.
Fachleute sagten, es hätte keine halbe Stunde mehr gedauert und der Deich wäre vor dem Leuchtturm gebrochen.

AKK-12 DSC01603s

Als die Gefahr am 17. Februar noch nicht gebannt war, wurden 1.000 Einwohner mit Sonderzug und Bussen nach Heide evakuiert.
Unter Mithilfe der Bundeswehr und der gesamten Bevölkerung konnten die Deiche vor Büsum nur notdürftig gesichert werden.

Besonders angeschlagen waren aber die Deiche vor Hedwigenkoog, sie waren im letzten Jahr gerade erneuert worden, hatten sich also noch nicht verfestigt und wurden schwer beschädigt. Hier konnte mit Faschienen und Strohballen nicht notdürftig repariert werden. Diese Deiche bedrohten Büsum nicht unmittelbar, weil sie an einem Koog lagen und die zweite Deichlinie noch gut vorhanden war.

Schäden vor Büsum

  • Sturmschaeden 6 2
  • Sturmschaeden 7 2
  • Sturmschaeden 8 2
  • Sturmschaeden 11 2
  • Sturmschaeden 9 2
  • Sturmschaeden 5 2
  • Sturmschaeden 10 2

Schäden vor Hedwigenkoog

  • Sturmschaeden 1 2
  • Sturmschaeden 4 2
  • Sturmschaeden 3 2

Deicherneuerung

Unter laufender Badesaison wurden im Sommer die stark angeschlagenen und nur notdürftig "gestopften" Deiche vor Büsum erneuert.

Sofort nach der Sturmflut im Februar wurde mit den Deicharbeiten begonnen. Rechtzeitig vor den Herbststürmen waren die Deiche fertig.

Diese Skizze zeigt, wie damals die Deicherneuerung erfolgte:
  • Schritt1: zunächst wurde der Deichfuß durch Sandaufspülungen erweitert; dazu lag in dem Watt vor Büsum ein Spülbacker, der über eine Rohrleitung das Sand-Wasser-Gemisch an Land pumpte
  • Schritt 2: der alte Deich (der vollständig aus schwerer Kleieerde  bestand) wird in der Länge zerteilt und somit entstand ein großes Spülferld; gleichzeitig wurde die neue Steinkante gebaut, höher als zuvor
  • Schritt 3: der Sand für den neuen Deichkern wird eingespült
  • Schritt 4: der neue Deichkern wird mit dem neu ein gespülten Sand geformt
  • Schritt 5: die alten Deichteile (=Kleieerde) wird auf dem Sandkern verteilt
Deichbau 1 1
Links zu Webseiten mit dem Thema "Nordsee-Sturmfluten":

die Seite von Thomas Sävert über die Sturmflut 1962
Link
50. Jahrestag der Sturmflut von 1962 in Hamburg
Link
Sturmfluten-Chronik
Link
auf schleswig-holstein.de Gedenken an die Sturmflut von 1962
Link

Deichbau im Sommer/Herbst 1962

  • Deichbau 2a 2
  • Deichbau 2b 2
  • Deichbau 6 2
  • Deichbau 6a 2
  • Deichbau 2 2
  • Deichbau 3 2
  • Deichbau 4 2
  • Deichbau 5 2
  • Deichbau 4a 2
  • Deichbau 7 2
  • Deichbau 8 2
  • Deichbau 9 2
  • Deichbau 10 2
  • Deichbau 11 2
  • Deichbau 12 2
  • Deichbau 17 2
  • Deichbau 14 2
  • Deichbau 15 2
  • Deichbau 16 2
  • Deichbau 11a 2
  • Deichbau 13a 2
  • Deichbau 13 2
  • Deichbau 18 2

1962

Fischerei:
In Sommer lagen 17 Kutter in Büsum still, die entweder abgewrackt, oder verkauft werden sollten oder wegen fehlender Gehilfen nicht auslaufen konnten. Viele Fischer fanden Arbeit bei den gut bezahlten Deichbauarbeiten.

Ein Versuch: Um die Wanderwege der Krabben zu erkunden,wurden zwecks Beobachtung einige Zentner violett gefärbte Lebendkrabben ins Meer geschüttet. Man hoffte damit den Gründen für die Schwankungen der jährlichen Fangmengen auf die Spur zu kommen.

Im Juli wurde nach Beendigung der Schonzeit die Jagd auf Seehunde wieder freigegeben. Von den etwa 650 Seehunden vor der Norderdithmarscher Küste wurden 60 Seehunde zum Abschuß freigegeben.

Fangmengen 1962:
404 t Heringe
767 t Sprotten
 42 t Schollen
125 t Seezungen
309 t sonstige Fische
400 t Krabben

Hafen und Seefahrt:
Es wird die "Deutsche Seemannsmission Westküste" mit Sitz in Büsum gegründet. Vorsitzender des Vereins wurde der Büsumer Pastor Zarnack.

Im Sommer wurde die Schleuse gewartet: die Schleusentore wurden von einem großen Schwimmkran ausgehängt und an Land gereinigt. Die Schleusenkammer wurde von Sand durch Taucher befreit, die Büsumer Feuerwehr half mit ihrer Motorspritze.
Im Herbst setzte der Tonnenleger "Kapitän Meier" die Schleusentore wieder ein.

Der Eimerbagger "Hauke Hain" baggerte die innere Hafeneinfahrt aus. Das Baggergut wurde mit Klappschuten auf See gelöscht.

Am Kopfende zwischen den Hafenbecken II und III (ehem. Gelände der Werft) wurde eine Spundwand gesetzt.

Das Zollschiff "Dithmarschen" erhielt seinen neuen Liegeplatz an der Hafenausfahrt neben dem Seenotretter. Den Anlegesteg baute der Tonnenleger "Kapitän Meier".

Im November lagen wieder Holz- und Schrotthaufen an den Hafenbecken, Fischer wrackten 9 Kutter ab.

Im Dezember wurde von Pionieren der Bundeswehr der Werft-Bunker gesprengt. Der Sand der "Insel" war bereits abgetragen zum Verfüllen der neuen Kajen am Hafenbecken III.

Der Zollkreuzer "Dithmarschen" brachte am 12. Juni die Fahnenstafette zum "Tag der Deutschen Einheit" von Helgoland nach Büsum, von wo sie mit dem gleichen Schiff am nächsten Tag noch nach Brunsbüttel und durch den Kanal nach Rendsburg gebracht wurde.

Bäderdienst und Regatta:

Die Bäderschiffe "Atlantis" und "Seute Deern" fuhren 6 mal wöchentlich abwechseln nach Helgoland.

80 Kutter in 8 Klassen fuhren die Regatta mit 2.500 mitfahrenden Gästen und 8.000 Gäste an Land schauten zu.

Werften:

Die kleine Bootswerft am Ende von Hafenbecken II - im Jahr 1958 von dem Schiffbauer E. Dawartz aus Tönning gegründet und seit 1960 stillliegend - konnte endlich ihren Betrieb wieder aufnehmen, von den Kuttereignern sehnlichst erwartet.

Volle Auftragsbücher bei der Werft "W. & E. Sielaff". 3 Frachter mit je 500 BRT und ein Frachter mit 300 BRT konnten gebaut werden.
1962 slevik03
1962 slevik02

1963

Die Ortsgruppe der Marinekameradschaft wird gegründet. Rektor Schulte wurde der 1. Vorsitzende.

Das Fischereijugendheim - im Hafenkoog am Ende von Hafenbecken II - konnte sein 10 jähriges Bestehen feiern. In dem Heim war die Fischereischule für Kutter- und Küstenfischerei untergebracht.
In den 10 Jahren hatten 2.363 Teilnehmer 147 Lehrgängen besucht. Seit 1954 hatten auch 1.300 Lehrlinge der DEA an Fortbildungskursen in dem Heim teilgenommen. 
Die Büsumer Flotte konnte als einzige zum Fischfang (Sprotten und Heringe) auslaufen und es konnten bei hohen Fangquoten sehr gute, teils doppelt so hohe Preise wie im Vorjahr für den Frischfisch erzielt werden.
Auch im Sommer konnten wieder hohe Krabbenfänge (dreifach gegenüber Vorjahr) eingefahren werden, es fehlte an Krabbenentschälern. Bei dem hohen Angebot fielen aber die Krabbenpreise.

Wie schon im Winter zuvor, der Winter 62/63 war wieder eiskalt. Zunächst blieben nur Helgoland und Büsum eisfrei und für starke Kutter noch passierbar. Doch Ende Januar bildete sich auch um Helgoland ein 300 m breiter Eisgürtel. Der in Büsum stationierte Tonnenleger "Kapitän Meyer" versorgt Helgoland mit Postsäcken, Lebensmitteln und Trinkwasser.
Das Rettungsboot "Rickmer Bock" und  und der Tonnenleger dienten im Hafen und in der Hafenzufahrt als Eisbrecher.

Wie sich im Sommer herausstellte, hatten sich 40 bis 50% der ausgelegten kleinen Seezeichentonnen durch den Eisgang losgerissen und waren abgetrieben. Sie wurden vom Tonnenleger wieder aufgefischt.

1963 Tonnenleger
1963 Tonnenleger "Kapitän Meyer" als Eisbrecher
1963 Rettungsboot
1963 Rettungsboot "Rickmer Bock" als Eisbrecher
  • 1963 buesum 1963 kaeptn mayer 3
  • 1963 buesum 1963 kaeptn mayer
  • 1963 buesum 1963 kaeptn mayer 2
Fangmengen 1963 (Anlandung in Büsum):
  • 868 t Fisch
         27 t Heringe
        209 t Sprotten
          71 t Schollen
          14 t Seezungen
        546 t sonstige Fische (Speisefisch, kabeljau, Aal)
  • 744 t Krabben
  • 7.340 t Muscheln

Hafen und Seefahrt:

Im April trat Hochseekutter "Basel" seine Reise nach Chile an und verstärkte dort die Norderdithmarscher Fischer-Kolonie. Kapitän Clausen war bereits zuvor in Chile bis 1959. Nun wanderte er endgültig aus, nahm seinen Kutter und die Familie mit.

Zwischen Hafenbecken I und II - am heutigen Ankerplatz - wurde die alte Holzspundwand durch eine eiserne Spundwand ersetzt.

Wieder baggerten Saug- und Eimerbagger den Hafen aus, auch die Anlegestelle der Bäderschiffe wurde vertieft.

Der Deich zwischen Tonnenhof und Westmole war im Vorjahr nicht ausgebaut worden und wurde nun auch verstärkt.

Eine Funklücke zwischen Amrum und der Seenotrettungsstelle Büsum wurde durch eine neue Seefunkstelle auf Hallig Südfall geschlossen. Die Seenotstationen Amrum und Büsum erhielten neue Sendemasten.

Regatta:
Bei der 60. Kutterregatta gewann Kutter SC 48 "Britta" zum vierten Mal nacheinander das "Blaue Band".
Werft:
Diese Bilder zeigen bei einem der letzten Kümo-Schiffsbauten der Sielaff-Werft in 1962 einen Dampfkran der Bundesbahn beim Einsetzen der Maschine.
archBues-1962-2
archBues-1962

Ende der Werft "W. & E. Sielaff"

Es beginnt bei der Werft zu "krieseln". Die Auftragslage war nicht mehr so gut wie in den 50er Jahren und es herrschte ein starker Konkurrenzkampf zwischen den Werften an der Küste.
Der Umzug mit Ausbau hatte viel Geld verschlungen und es drohte nun der Konkurs.
Das Ehepaar Sielaff hatte keine Nachkommen und dachte nun an einen Verkauf der Werft.
Nr. 124 war der letzte Bauauftrag - das Küstenmotorschiff "Rugia".

Beginn der Büsumer Harmstorf-Werft

Die Ära der "Büsumer-Schiffswerft W.&E. Sielaff" ist beendet. Die Werft wird ein Tochterunternehmen der Schlichting Werft in Travemünde, die wiederum zur Harmstorf Gruppe gehört.

Ab 1967 konzentriert man sich auf hochwertige, grössere Spezialschiffe.
Kümos, mit denen man jahrelang in Büsum Geld verdiente, werden nicht mehr gebaut.
Eine Liste der Schiffstypen (in Klammer die Anzahl), die von 1964 bis '86 gebaut werden:
  • Küstenmotorschiff (2)
  • Shelterdecker (4)
  • Kühlschiff (12)
  • Motortankschiff (3)
  • Ro/Ro Schiff (5)
  • Containerschiff (4)
  • Schwergutschiff (5)
  • Mehrzweckfrachtschiff (17)
  • Chemikalientanker (10)
  • Weintanker (1)
  • Mehrzweck-Fischkutter (1)
  • Sperrwerktore für Schleuse Büsum
  • Müllverbrennungsschiff (2)
  • Semicontainerschiff (6)
Sammlung Amtsarchiv Büsum

1964

udo-nach1963
Die Spundwand am heutigen "Helgolandkai" ist gesetzt und die Landzunge wird aufgefüllt.

1965 - 73

kommt noch
Luftbilder von 1973
archBues-x30
1970-3
1970-1
1970-2

1973 Werft (letzter Stapellauf mit Slipwagen)

Bis 1973 wurden Neubauten auf Slipwagen zu Wasser gelassen.

Der letzte Stapellauf auf der Slipwagen-Helling
werft ninas blog 1 1   1973 letzter stapellauf mit slipwagen

1974 Werft (mit neuer Helling)

Die Werft hat größere Umbauten hinter sich, die Werkhallen sind erweitert und eine neue Helling (es werden keine Slipwagen mehr benutzt) wird in Betrieb genommen, die Schiffe werden jetzt "über die Kante ins Wasser gekippt".
archBues-x12a Hermstorf alte Helling    archBues-x12c Hermstorf neue Helling 1974
Alte Helling (vor 1974)                                            Neue Helling (nach 1974)
                                                                          vorne: die Slipanlage wird nur noch für Reparaturen
                                                                                    genutzt

Zitat von werftarchiv.de
1974 am 30.01. findet der erste Stapellauf von dieser Helling statt. Statt die Schiffe wie bislang auf Wagen langsam in ihr neues Element zu überführen, werden sie hier auf einer schiefen Ebene aufgelegt und rutschen auf dieser schiefen Ebene herunter. Am Ende der Ablaufbahn fallen sie ins Wasser.
Leider gibt es bereits beim zweiten Stapellauf einen Unfall: Bei starkem Ostwind brechen die zum Abbremsen der "Mercandian Sea" nötigen Trossen. Das Schiff wird vom Wind mit dem Heck gegen die westliche Pier gedrückt, daraufhin schwenkt das Vorschiff herum und wird gegen die östliche Pier gedrückt. Es entsteht ein beträchtlicher Schaden: Ruderblatt und Propeller des Schiffs werden beschädigt.
Mercandian-Sea (Stapellauf, Unfall)
  • udo-mercandia-sea1
  • udo-mercandia-sea2
  • udo-mercandia-sea3
  • udo-mercandia-sea4

1975/78

Hier einige Bilder und ein Video vom Stapellauf auf der neuen Helling;
weitere Bilder auf dieser Homepage der Familie Dreessen.
1978 Stapellauf der "Kniepsand"
  • Familie-Dreessen-11 Stapellauf Kniepsand 1978
  • Familie-Dreessen-12 Stapellauf Kniepsand 1978
  • Familie-Dreessen-13 Stapellauf Kniepsand 1978
1975 Stapellauf der "Agnes Dania"
Video: Familie Dreessen

Passage durch die alte Seeschleuse
Die Passagen durch die alte Schleuse war mit den größer werdenden Neubauten stets "mm-Arbeit".
archbues-15
1975 aus fb

1975 - 79

Fortsetzung folgt

Flottengröße

Die Zahl der Büsumer Kutter nimmt stetig ab und hat sich von 1960 bis 1975 weiter halbiert, und nimmt weiter ab.
Quelle: Kurt Winter, Band III
diagramm kutterflotte
diagramm krabben