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1950 - 1959

Ab 1950 habe ich die Zeit selbst erlebt, der Hafenkoog war unser "Spielplatz" und vor dem Seemannsheim lag unser Bolzplatz.

1952-57 Weiterbau

Der veränderten Lage nach dem Krieg wurde Rechnung getragen, indem der Ausbau gegenüber der ursprünglichen Planung stark eingeschrenkt wurde:
  • Hafenbecken II:
    • kleinere Aufschleppe am Kopf des Hafenbeckens,
    • die Holzstege werden durch Spundwände ersetzt, wie ursprünglich geplant,
      • zunächst auf der Inselseite
      • später an der Deichseite
    • die alte Löschkaje wird ans Hafenbecken III verlegt, wie geplant,
  • Hafenbecken III: 
    • wird schmaler (60 statt 120 m) gebaut, weil die Plätze für die Schollen-Hüttfässer aufgegeben werden,
    • zunächst wird nur die Nordkaje gebaut (ab 1953),
    • die Fischhalle wird kürzer gebaut,
    • am Ende des Hafenbeckens soll das neue Gelände für die Werft entstehen, ursprünglich für Hafenbecken IV geplant,
    • an der Südkaje - angrenzend an die Helling der Werft - soll die Siloanlage der Firma Stöfen entstehen,
  • Hafenbecken IV:
    • der Ausbau wird aufgegeben,
    • die staatlichen Betriebe:
    • das WSA bleibt in Tönning; der Büsumer Tonnenhof bleibt auf der "Horst" am alten Platz,
    • der Bauhof bleibt ebenfalls auf der Horst,
  • Gleisanlagen:
    • die Gleisanlagen werden stark reduziert und den Kajen angepasst,
    • Gleise werden zunächst nur an der Nordkaje von Becken III - also auf der ehem. Insel - verlegt, später nach Fertigstellung der Werft und der Silos erhalten diese beiden Betriebe einen Bahnanschluß,
    • die Hafenbahn wird an den Bahnhof in einem Bogen direkt angeschlossen und nicht an einen (neuen) Abzweig-Bf an der Strecke Büsum-Osterhof,
  • 2 neue Deichstöpen werden gebaut, eine für den Autoverkehr an der Deichstraße und eine für den Gleisanschluß. 
    • sie lagen zu der Zeit in einem Seedeich, weil der neue Ostdeich des Hafenkoogs noch nicht offiziell als Seedeich abgenommen war,
    • deshalb bekommen diese beiden Deichdurchlässe stabile Spundwände und Stemmtore.

1952 plan farbig k


Dem Thema "Büsumer Hafenbahn" widme ich eine besondere Seite ... schaust du hier

1950

Werft:
der erste Schiffneubau nach dem Krieg wurde von Stapel gelassen, ein Schüttgut Kümo mit 300 BRT.
Da die Werft selbst keinen Kran für große Lasten hatte, setzte Tonnenleger "Kapitän Meier" den Motor mit seinem Bordkran ein.

Hafen:

Die Stöpe an der Deichstraße ist fertig und damit erhält der neue Hafenkoog eine bessere Straßenanbindung. Mit den Arbeiten an der anderen Stöpe für den Gleisanschluß wurde begonnen.

Der Tonnenhof am Leuchtturm sollte ausgebaut werden. Dazu mußte vorher die Leichenhalle (für auf See geborgene Leichen) entfernt werden.
Am Molenkopf wurde eine neue Nebelhornanlage installiert. es ist nun fast 18 km weit zu hören.

Der neue Tonnenleger "Kapitän Meier" unter seinem Kapitän Lütje aus Büsum kam aus Tönning nach Büsum, um das jährliche Auswechseln der Winterbetonnung durch Sommertonnen zu unterstützen.

Die Sielschleuse am Ende von Hafenbecken I wurde erneuert. Dazu mußte der Deich am Hauptzugang des Strandes durchbrochen werden und Behelfsstege für Fahrzeuge und Fußgänger eingerichtet werden.

Es wurde nach Büsum gemeldet, dass die "Chile-Auswanderer"  Panama und später ihr Ziel Chile erreicht hatten.
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Die Kutter trugen zu der Zeit zusätzlich eine F-Nummer (Anordung der Alliierten).
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Die Kutter trugen zu der Zeit zusätzlich eine F-Nummer (Anordung der Alliierten).
WHundt 6
AKK-2 1950 mit WZ
Das Seemannsheim am Ende von Becken II gibt es noch nicht.

1951

Das im Vorjahr noch abgelehnte Krabbenfischen mit 2 Netzen wurde nun von den Fischern angenommen.

Die "Nachkriegsjahre" gingen vorbei und durch finanzielle Hilfen begann die Zeit der Modernisierung auf den Kuttern:
  • die Elektrizität kam an Bord (Lichstmaschinen, Decksbeleuchtung, elektrische Pumpen),
  • Deckwaschpumpen,
  • für den beginnenden Sprottenfang wurden Echolote installiert,
  • Peilgeräte, Selbststeueranlagen, Radaranlagen,
  • Ersatz der Gleichstromlichtmaschinen durch Drehstrommaschinen,
  • Elektrostarter für die Hauptmaschine,
  • Fischraumkühlung,
  • UKW-Geräte für den Funkverkehr

Die Kutterflotte zählte 116 versicherte Fahrzeuge.

Fischer demonstrierten gegen die erhöhten Treibstoffpreise vor dem Rathaus und im April verließ aus Protest kein Kutter für eine Woche den Hafen zum Fischfang.

Der Bau des Seemannsheims im Hafenkoog war finanziell gesichert und konnte beginnen. Im Herbst wurde der Grundstein gelegt.

Auf der "Insel" wurde Richtfest für das Muschelwerk von W. Lange gefeiert. In dem neuen Werk sollten Muscheln gewaschen, getrocknet und danach gemalen werden. Die gemalenen Muscheln wurden als Futterkalk nachgefragt.
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Bild aus 1952: Das Gebäude des Muschelwerks M. Lange (Pfeil)
links am Bildrand: das neue Zollhäuschen.

Im Hafenkoog wurde ein neues Zollamt errichtet.

Von der Stöpe an der Deichstaße wird am Hafen entlang bis zum Siel am Alten Hafen eine Straße gebaut.

In der Heringfischerei wurde ein neues Gerät, das Fischereiecholot, erfolgreich eingesetzt.

Weitere vier Fischer wanderten mit Kutter und Familien nach Chile aus.

Im März wurde Helgoland von den Briten wieder freigegeben und konnte nun als Schutzhafen für die Fischerei hergerichtet werden.

Werft:
Die Werft baute eine beeindruckende Serie von drei Kümos mit 300 bis 350 BRT. Es gab Schwierigkeiten, weil die Zulieferfirmen teils ihre Termine nicht einhalten konnten.
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Blick auf die Slipanlage für die Kutter

1951/52

Hafenarbeiten:
Die Werft benötigte eine größere Ausrüstungspier; deshalb wurde mit dem Rammen der Spundwand am Hafenbecken III neben und hinter der Werft-Helling begonnen (zunächst nur etwa 100m als Ausrüstungskaje für die Werft).
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vorne die Sundwandbohlen deuten darauf hin, es wird an der neuen Ausrüstungskaje gebaut.
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An der neuen Werftkaje hinter der Werft liegen Kutter (vermutlich für Reparatur/Umrüstungsarbeiten und ein Schaufelbagger)
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Die Spundwand für die neue Ausrüstungskaje ist gesetzt.

1952

Die Ausrüstungspier liegt jetzt hinter der Werft am Beginn des noch nicht existierenden Hafenbeckens III, dort wohin später die Fischhalle und das Eiswerk umziehen.

1952 johkatz2
Leben rund um den Hafen:
Die Kutter lagen im Hafenbecken II noch an den Holzbrücken.
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AKK-5 1955 - 2
rechts: Löschkaje an Hafenbecken II,
mitte: Holzbrücken entlang Becken II,
hinten li: das Seemannsheim wird gebaut,
vorne links: das neue steinerne Zollhaus,
hinten re: das Hafenbecken III existiert noch nicht,
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Die Spannseile verhindern, dass die Kutter bei Ebbe von der Kaje wegkippen.
Buesumer-Fischerei-Genossenschaft
Mit der Schottschen Karre wurden die fangfrischen Krabben zur Fischerei-Gesellschaft in der Moltkestraße gebracht.
Der Leuchtturm erhält seinen rot-weißen Anstrich und der Betonsockel wird verklinkert.
--> Technische Angaben
Leuchtturm 1
leuchtturm
Juni 2013 (Ausgabetag: 06.06.2013)
Infolge der starken Weststürme bestand besondere Gefahr von Treibminen. Eine Mine wurde am Strand angespült und mußte gesprengt werden.

Bei den Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Schleuse fiel eines der beiden 30 t Schleusentore ins Wasser und mußte mit einem Kran und Tauchern wieder geborgen werden.

Das neue Polizeischiff "Helgoland" wird in Büsum stationiert. Die Besatzung bestand aus 8 Mann.

Claus Siegfried verstarb, der Gründer der "Erste Büsumer Krabbenfabrik".
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Das Firmengelände an der Vereinsallee in den 1950er Jahren.

Die Kutterregatta fand bei heftigem Wind bis Stärke 8 statt, von den gut 8.000 Gästen fuhren 1.500 auf den Kuttern mit.
Bei Ende der Regatta mußten die Schleusentore geschlossen werden. Wegen der laufenden Reparaturarbeiten konnten die Schiffe nicht in den Hafen geschleust werden und mußten 2 Stunden lang bei starkem Wellengang vor der Hafeneinfahrt herum dümpeln.

Fischerei:
Die Fangflotte hatte 130 Schiffe.
Fangergebnisse waren bescheiden:
 158 t Speisefische
 734 t Krabben
3.975 t Gammel
3.200 t Muscheln

Eine neues Kühlhaus wird gebaut mit Erweiterungsmöglichkeiten. Die Fischereibetriebsgesellschaft erhält ein Darlehen, um den Eisbedarf der Fischerei zukünftig zu decken.

1953

Im April brachte eine Treibmine den Kutter BÜS 104 zum Sinken; die Besatzung wurde gerettet.

Im Hafenkoog wird ein Verwaltungsgebäude für Hafenmeister, Fischmeister und den Aufsichtsbeamten des Schiffahrtsamtes erichtet.
Am "Alten Hafen" werden Baracken beim Leuchtturm abgerissen und es entstehen dort Parkplätze.

Der Baugrund für die neue Liegehalle am Hauptaufgang des Strandes wird untersucht.

Das neue Hafenbecken III wird ausgebaggert und mit dem Baggergut wird das Gelände um das Seemannsheim aufgefüllt.

Regatta:
Zur 50. Regatta kamen 12.000 Gäste, die Schiffe ware voll besetzt trotz starken Seegangs. Die kleinen Kutter brachen die Regatta wegen des zu starken Seegangs ab und fuhren zurück in den Hafen.

Fischfang:
Sehr gute Fänge in diesem Jahr. Der Kieler Seefischmarkt konnte über den Büsumer Hafen versorgt werden mit Frischfisch.

Fangflotte 128 Kutter
  •   580 t Fisch
  •   943 t Krabben
  • 5.565 t Gammel
  •   799 t Muscheln
Die Hochseekutter löschten ihren Fang bei Fangfahrten zur Doggerbank oft in Fremdhäfen, auch in England.

Bei der Verfolgung von Fischschwärmen "verirrten" sich häufig Thunfische in die Nordsee. Die Kutter "Hedy" und "Paloma" landeten allein im September 50 Thunfische in Büsum an.
Im Thunfischfang wurde zum ersten Mal die Elektroangel angewandt. dazu mußte ein Umformer-Aggregat an Bord installiert sein (er formt aus 24V Gleichstrom Wechselstrom von 110 oder 220V). Durch die Elektroangel bekommt der Thunfisch einen elektrischen Schlag und wird betäubt, sodass er an Bord genommen werden kann.
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Seemannsheim (Fischereijugendheim):
Der Innenausbau ist im Juli beendet. Im August wird die Einweihung feierlich begangen und die Missionsflagge auf dem Turm des Gebäudes gehisst.
Die Betreuung des Heims übernimmt die Seemannsmission und die ersten Fischereilehrgänge beginnen.
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im Bild rechts die neue Trockenliegestelle mit 2 Liegeplätzen
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Das Giebelhaus: das neue Verwaltungsgebäude für Hafenmeister, Fischmeister und den Aufsichtsbeamten des Schiffahrtsamtes.
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Dieses Luftbild zeigt: rechts neben dem Seemannsheim wird die Hafenbahn gebaut. Die zwei Umsetzgleise liegen bereits (sie sind noch heute erhalten) und die lange gerade Strecke wird später die Rückseite der Fischhalle am Hafenbecken III erreichen.
Die beiden Deichstöpen (an der Deichstr. und hinten für das Bahngleis) existieren. Die Straßen vor dem Seemannsheim sind noch nicht angelegt.
Werft:
Die Schiffsneubauten wurden größer, bis zu fast 600 BRT.

alle Bilder: Sammlung Archiv Büsum & www.werftarchiv.de

Stapelläufe auf der Inselwerft

  • 1955
  • 1956 lucetta1
  • 1956 lucetta2
  • 1955 tamora2
  • 1957 kaethebartels02

1954

Hafenausbau:
Der Ausbau am neuen Hafenbecken III geht zügig voran. Die Lokale Presse berichtet über Ereignisse (Sept. 1954):
  • eiserne Spundbohlen für die restlichen Kaianlagen treffen ein und werden mit Kränen an ihren Bestimmungsort transportiert, ein großer Teil der Spundwand war schon in 1953 gesetzt an der Ausrüstungspier der Werft, jetzt folgte der restliche Teil der Nordkaje,
  • Saugbagger vertiefen das Becken auf 4 m unter NN, das Baggergut wird in den Hafenkoog gespült,
  • bei der neuen Krabbenkochanlage der Fischverwertungs-Genossenschaft werden Maschinen eingebaut,
  • die Arbeiten an der Steindossierung der Südkaje - Stöfenkai und Helgolandkai- gehen voran,
  • auf den bereits fertigen Gleisanlagen rollen nun täglich Eisenbahnwaggons an und werden gelöscht, 
    • hauptsächlich Kohlen,
    • Materialien für den Ausbau der Steindossierung am zukünftigen Stöfen-Kai und 
    • Materialien für die Werft
    • diverse Baumaterialien.
  • ein 60-Tonnen-Kran der Bundesbahn setzte einen Motor in den Neubau der Schiffswerft; das war nun möglich weil ein Gleis direkt am Kai lag. Das erfolgte nun regelmäßig bei allen Schiffsneubauten, weil die Werft auf ihrem alten Gelände keine großen Kräne hatte.

Für seinen unermütlichen Einsatz für den Ausbau des Hafens wurde Oberregierungsrat Dr. M. Bahr zum Ehrenbürger von Büsum ernannt.

Regatta und Bäderschiffe:

Es fuhren 100 Kutter und 8.000 Gäste kamen.

Zum erstenmal nach dem Krieg konnten Kurgäste mit einem Bäderschiff (MS "Rudolf" der Reederei Eils) Helgoland besuchen.

Fangergebnisse:
127 Kutter
   173 t Speisefische
1.055 t Speisekrabben
1.181 t Futterfische
3.600 t Futterkrabben
   744 t Muscheln
     15 t Seemoos
   850 t Beifang
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  • der Leuchtturm ist rot / weiß (seit 1952)
  • die Spundwand der Kaje ist gesetzt, aber es sind noch keine Straßen angelegt,
  • die Fischhalle steht noch am Becken II, aber der neue Platz am Becken III ist baufertig,
  • ganz links die Gebäude an der Ausrüstungskaje der Werft werden noch genutzt (bis 1957)
  • Das Bild ist aus dem Jahr 1954, weil
    • die Krabbenkocherei rechts neben dem Lange-Gebäude gerade gebaut wird (im Sept '54 werden die Maschinen eingebaut)
    • die Liegehalle am Hauptstrand noch nicht steht (sie wurde 1956 eingeweiht)
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Bild 1954Im Hintergrund das Gelände der "Insel"-Werft
Familie-Dreessen-09-1954
Bild 1954Im Hintergrund Bunkerstation(mi), Werft(re)
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Bild 1954Eiswerk an der Löschkaje am Hafenbecken II
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1955

Hafenausbau:
Hafenbecken III:
Im Januar werden am Hafenbecken III die Arbeiten am Straßenbau und an den Gleisanlagen abgeschlossen.
Die an der Kaje III aufgestellten neuen Neonbeleuchtungen hatten sich bewährt und und werden nun im ganzen Hafengebiet aufgestellt.
Am Kopf von Hafenbecken III wird das neue Gelände für die Werft um 2 m aufgespült.
Im Hafenbecken IV werden Buschdämme aufgestellt, damit sich allmählich Schlick ansammelt.
Hafenbecken II:
Im nächsten Jahr sollte dann das Hafenbecken II weiter ausgebaut werden. Es fehlte noch der Ausbau mit einer Spundwand an der Nordkaje am Deich entlang.
Um kleine Schiffsreparaturen auszuführen, war eine Trockenliegestelle für 2 Kutter mit einem Mittelsteg am Kopfende gebaut worden.

In einem Bericht des Geschäftsführers der Fischerei-Gesellschaft heißt es:
  • heute sind in Büsum 130 Fischkutter, davon 20 Hochseekutter,
  • in der Fischereigesellschaft haben sich die Hälfte der Fischer organisiert,
  • es gibt 6 Küstengroßhandelsbetriebe für Krabbenkonservierung und Seefischgroßhandel,
  • 5 Garnelendarren können Futtergarnelen verarbeiten,
  • 2 Fischmehlfabriken verarbeiten Futterfische,
  • die Krabbenfischerei hat sich als krisenfester erwiesen als die Hochseefischerei,
  • der Seemoosfang lebt wieder auf, die Rohware wird gefärbt und als Dekorationsmaterial verkauft

Regatta:
16.000 Besucher waren gekommen, ein neuer Rekord.


Fischindustrie:
Die Fischauktionshalle wurde vom Becken II zum Becken III verlegt und die Industrieansiedlung am Becken III ging weiter.
Die  Muschelmühle von M.Lange und die Krabbenkocherei/Darre neben dem Lange-Gebäude wurden errichtet.

1956

AKK-x6 1956 BUESUM3-1956
Ein Bild aus 1956:
  • das Seemannsheim/Fischereijugendheim ist fertig (1953 fertiggestellt).
  • die Südkaje II ist fertig; die Nordkaje II hat noch Holzstege.
  • Das Gelände der neuen Werft und des Stöfen-Silos am Hafenbecken III ist noch leer; es wird noch aufgespült.
  • Die Nordkaje III ist fertig und die neue Fischhalle steht dort.
  • Reste der Hafeninsel mit der ehem. Schulbaracke des Gymnasiums stehen noch.
  • Die Liegehalle ist entstanden als der erste Neubau am Hauptstrand nach dem Krieg (1956 eingeweiht).
  • Am Platz des heutigen Schwimmbads sind noch die Tennisplätze.
  • Der Entwässerungskanal ist am Siel an beiden Deichseiten noch nicht gedeckelt.
Hafenbau:
An der Nordseite vom Hafenbecken II - am Deich entland - wird begonnen, die Holzstege abzubauen.
Mit dem Rammen der neuen Spundwände soll dort erst 1957 begonnen werden.
Statt dessen wurde zunächst mit dem Setzen noch fehlender Spundwände am neuen Hafenbecken III weitergebaut (Ausrüstungskaje des neuen Werftgeländes).
In /10/ zeigt eine Hafen-Skizze von 1956, dass die Bahngleise bis hinter die Fischhalle verlegt waren.

Am Hafenbecken III soll eine Fischmehlfabrik entstehen, es werden bei der Gemeinde Bedenken wegen Geruchsbelästigung angemeldet.

Werft:
Das letzte Jahr der Werft auf der Insel.
1957
Im Hintergrund: Schiffbau auf der "Inselwerft" von Sielaff
Das erste Silo des Getreidesilos Stöfen wird 1956/57 errichtet, es ist 43 m hoch und damit das höchste Gebäude Büsums.
Die Bauzeit war nur 3 Monate, am 16. Nov. 1956 ist Richtfest.
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Bild: Sammlung Amtsarchiv Büsum & www.werftarchiv.de
Bild 1957: Im Hintergrund: das fertige Silo Stöfen; die Landzunge ist noch Spülfeld
Bäderdienst:
Die neue Liegehalle am Hauptstrand wird eingeweiht.

Erstmals verkehrt das Bäderschiff "Atlantis" im Helgolandverkehr von Büsum aus.
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Die Anlegestelle war an der Westmole; 
im Hafen gab es noch keine tiedeunabhängige Anlegestelle für Bäderschiffe,

Das Motorschiff "Hubertus" wurde bei einer Stundenfahrt mit 30 Personen  bei der Ausfahrt aus der Mole von einem Muschelkutter gerammt und sank innerhalb eine Minute. Weil die Büsumer Fischerflotte gerade vom Fang zurückkam und sich an der Rettung beteiligten, konnten alle Personen gerettet werden.

Regatta:
110 Schiffe mit 1.500 Gästen an Bord. Wegen hohen Wasserstands mußten die Schiffe bei Ausfahrt und Rückkehr von der Regatta geschleust werden.
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1956 2
Auslauf zur Regatta

1957

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Bild aus 1957:
der Ausbau des Hafenbecken II ist fast fertig:
  • die Aufschleppe am Ende des Beckens wird noch gebaut;
  • die Holzbrücken sind ersetzt durch Spundwände;
  • am Kai des Dreicksplatzes sind aber noch die alten Holzkaiwände
  • die Auktionshalle ist seit 1955 ans Hafenbecken III umgezogen
  • die Netzplätze existieren;
  • das Seemannsheim steht;
  • die "Insel" ist noch nicht vollständig abgetragen.
rechts hinten:
  • die Gebäude am neuen Hafenbecken III entstehen;
Fischersiedlung an der Deichstraße:
Zwischen Bismarck- und Deichstraße entstand eine Siedlung mit 30 Häusern und zwei Straßen.
Die beiden Straßen bekommen die Namen "Alt-Passarge-Str" und "Wilhelm Külper Str".

Hafenausbau:
Hafenbecken II:
  • nach dem Rückbau der Holzstege (begonnen in 1956) werden die Spundwände gesetzt,
  • der Kopf wird neu angelegt (neue Slipanlage, Trockenliegestelle wird zum Deich hin verschoben)
  • als nächstes, die alte Holzpier am Dreiecksplatz soll durch eine Stahlspundwand ersetzt und dabei begradigt werden,
Hafenbecken III:
  • wird auf 3m Solltiefe ausgebaggert, anschließend wird auch Hafenbecken II vertieft,
  • es wird umgezogen im Büsumer Hafen:
    • die alte Auktionshalle ist vom Hafenbecken II umgezogen, um 50m verlägert und ist in Betrieb,
    • wenn die Werft Ende des Jahres umgezogen ist, soll an der dann nicht mehr genutzten Ausrüstungskaje ein Kühlhaus mit Eislager errichtet werden,
    • Richtung Hafenbeckenkopf schließen sich dann an:
      • die örtlichen Fischereibetriebe Gülcke und Siegfried mit ihren Annahmestellen,
    • das Muschelkalkwerk Lange,
    • am Ende der Kaianlage gegenüber der Werft die Fischmehlfabrik.
Trotz vieler Proteste der Bevölkerung wurde die Produktion in der Fischmehlfabrik aufgenommen. Mit der versprochenen Geruchsfreiheit war es nicht weit her. Schüler und die Werft demonstrierten gegen die Geruchbelästigung, der Gemeinderat tagte und erteilte der Firma Auflagen, neue Filteranlagen einzubauen, was aber nicht den erhofften Erfolg zeigte. Es kam zu Gerichtsverhandlungen. Man einigte sich, dass bei anlandigem Wind die Produktion ruht.

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1957: Eine Dampflok BR-57.10 (pr G10) hinter der Fischhalle.


Werft:
Auf dem folgenden Bild ist zu erkennen:
  • Die neue Fischhalle ist bereits fertig.
  • Aber der Platz für das angrenzende Gebäude, das neue Kühlhaus und das Eiswerk wird noch als Ausrüstungskaje der Werft genutzt. 
  • Die Werft steht kurz vor ihrem Umzug.
udo-1955 ausruestungskaje und Fischhalle  
Hinten: 3 Kümo-Neubauten der Werft   
Vorne: die "Paloma"


Werft-Umzug:

Der Bau des neuen Geländes der Werft von "W. & E. Sielaff" am Ende des Hafenbeckens III wird abgeschlossen.
Anläßlich eines Richtfestes im August wird in den "Büsumer Nachrichten" berichtet über den neuen Betrieb:
  • es waren moderne Werk- und Büroräume entstanden,
  • die stählerne Schiffbauhalle befindet sich nun direkt an der Helling und erhält einen 5 t Kran für Zwischentransporte,
  • die Werftstraße soll mit zwei beweglichen Kränen ausgerüstet werden,
  • besonders stolz ist man über die moderne Hellinganlage, die für größere Neubauten angelegt ist, aber auch für Reparaturarbeiten KüMos bis 400 BRT aufslipen kann,
  • die neue Anlage wird Schiffsbauten von bis zu 2.000 Tonnen zulassen, vorausgesetzt sie können bei dieser Größe die Schleuse passieren.
Die Auftragslage der Werft ist gut. Es werden Schiffe von 500 BRT gebaut.

Am 05.12.1957 findet die Einweihung statt. Die Belegschaft hat mittlerweile eine Stärke von 200 Personen erreicht.

Im November 1957 lief das letzte Schiff auf der alten Werftanlage vom Stapel, die "Herm Kiepe".
Ab 1958, die "Klintberg" ist das erste Schiff auf der neuen Helling.
1957: Richtfest auf der neuen Werft
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Richtfest des neuen Verwaltungsgebäudes
1957: Einladung der "Presse" zum Richtfest
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Einladung der örtlichen Presse zum Richtfest
1957: Auf dem neuen Gelände fehlen noch die Außenkräne
1963 werft
mitte links: Eisenbahnwaggons auf dem Kaigleis;
das Gleis unten links an der Straße entlang führt zur Fischhalle;



1957: letzter Stapellauf auf dem alten Werftgelände
1957 Letzter Stapellauf auf der alten Helling
1958: erster Neubau auf dem neuen Werftgelände
1958 Nach dem Umzug auf dem neuen Werftgelände

1958

Die Fischmehlfabrik erklärt Zahlungsunfähigkeit und die Gemeinde wehrt sich, dass der Betrieb an alter Stelle in der bisherigen Form weitergeführt wird. Bevölkerung, Kurgäste und die Mitarbeiter auf der Werft wollen vor Geruchbelästigungen geschützt werden.

Das Futterkalkwerk von Max Lange entwickelt sich gut. Es werden die Schalen der Herzmuschel mit einem Spezialschiff  vom meeresboden abgesogen. Das Material wird zu Futterzusatz und als Muschelputz an Häusern genutzt.

Die Büsumer Krabbenindustrie macht sich Sorgen, weil für das verbotene Bor als Konservierungsmittel noch kein Ersatz gefunden wurde.

Am Hafenbecken III war eine 500 m lange Kaje entstanden, an der sich nun alle Fisch verarbeitenden Betriebe eingerichtet hatten.

Das neue Eiswerk war nun fertig; es lag bisher in einem provisorischen Holzgebäude am Hafenbecken II. Das Werk hatte nun eine Tagesleistung von 10 t Eis und einem Eislager von 30 t. Das Eis wurde in 25 kg Stangen über ein Förderband an die Kutter abgegeben.

Der Bagger war wieder im Hafenbecken II tätig und spülte mit dem Baggergut Teile des Hafenkoogs auf.

Der Bau der Slipanlage am Ende von Hafenbecken II ging voran und der Tönninger Bootsbauer Dawartz eröffnete seine Bootswerft an der Slipanlage, ein Zweigwerk der Tönninger Schiffswerft.
Neben der Slipanlage lag nun eine neue Trockenliegestelle für leichte Kutterreparaturen und Pflegearbeiten.
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hinten im Bild: die Reste der alten Trockenliegestelle


Zur Regatta reisten am Tag zuvor 4.000 Gäste mit Sonderzügen und Bussen an, am Regattatag kamen zusätzlich 15.000 Besucher. Über 90 Kutter nahmen an der Regatta teil.

Die DGzRS Stationen Büsum und Friedrichskoog wurden zusammengelegt; das neue Rettungsboot "Hindenburg" lag auf Seestation und benutzte beide Stationen als Stützpunkt.

Werft:
Im Januar brach ein Feuer auf der neuen Werft aus, die Tischlerei brannte völlig aus. Die Feuerwehren konnten ein Ausbreiten des Feuers auf andere Gebäude und die Schiffe abwehren.

Die Werft hatte nun auf dem neuen Gelände wesentlich mehr Platz.
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1959

Hafen:
An der Auktionshalle wurde ein 40 m langer Erweiterungsbau fertig. Daran anschließend wurden noch Räumlichkeiten für Grenzaufsicht und Zoll eingerichtet.

Die Fischmehlfabrik nahm ihre Tätigkeit wieder auf nach Einbau neuer Geräte.

Die Firma Stöfen baute an das bestehende Silo ein weiteres von 30 m Höhe.

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vorne: Rettungsboot Hindenburg
hinten: Baustelle Stöfen mit dem 2. Silo

Werften:
Große Werft: Die Slipanlage wird um 12 m ins Hafenbecken verlängert; nun konnten Schiffe von 3m Tiefgang bei normalem Wasserstand aufgeslipt werden.

Kleine Werft: "Dawartz" am Hafenbecken II baute nun auch Fischkutter in Büsum, die dann in Tönning ausgerüstet wurden.

Regatta und Fahrgastschiffe:
Das Bäderschiff "Atlantis" zählte seine 1000. Fahrt nach Helgoland.
Zur Regatta kamen 18.000 Besucher bei herrlichem Sonnenschein; über 100 Kutter gingen an den Start.

Damals war es üblich, dass Kutter bei Ebbezeit sich auf dem Watt entlang der Badestelle am Fahrwasser trocken legten zum Reinigungen und Anstreichen. Eine Abwechslung für den "harten" Fischeralltag war dann, wenn Kurgäste zum Fotografieren an Bord kamen. Mitten im Bild natürlich der Fischer selbst.
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Die Youngsters könnten damals mein Jahrgang gewesen sein.
Die Youngsters könnten damals mein Jahrgang gewesen sein.

Hafenleben ... damals

Der 2. Weltkrieg war vorbei, und es kehrte wieder Ruhe ein, auf der Nordsee, die Fische waren in den Jahren stetig gewachsen, aber nicht befischt worden. Die Schollen waren gross wie Servierteller, die Aale armdick und die Steinbutt und Heilbutt bis zu 1 Meter gross.
So begannen die goldenen Wirtschaftswunderjahre, und auch die Zulieferindustrie profitierte. Die Kutter brauchten Proviant, Zolllager und Trinkwasser und Gasöl. Also machten sich Büsumer Kaufleute, darunter Carl Johannsen (das Geschäft gibt es heute noch an der Kirche), und legte Kataloglisten an, auf denen man ankreuzen konnte was man brauchte. Von der Kochwurst, über Frischfleisch, Zigaretten Buddel Rum, und alle Tanks voll Diesel und Wasser.
Daher kaufte Carl Johannsen ein Tankschiff aus Hamburg, lies einen kleinen Kühlraum einbauen und einen Tank für Wasser, einen verplombbaren Zollstore und stellte einen Kapitän ein, der ganztags ereichbar war und sich um alles kümmerte. Das war der Fischer Wilhelm Matthiessen aus der Friedrichsstrasse in Büsum - heute Gästehaus der Fam. Umlandt aus Österdeichstrich.
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Da liegt die Shelltank 1, im Hafenbecken 2 an der Ostpier.

Es zogen schnell einige nach:
Paul Rünger belieferte die Kutter mit dem LKW, und am Hafenbecken 2, wo heute die Netzfabrik steht, baute Fam. Karstens eine Bunkerstation. Karstens hatte auch zwischenzeitlich eine Tankschute, die BP1.

Flottengröße

Die Flotte erreicht ihren höchsten Stand in 1950 und nimmt wieder stetig ab bei etwa gleich großen Krabben-Fangergebnissen.
diagramm kutterflotte
diagramm krabben