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Chronik

Danke

Ein Dank an den Archivar des Gemeindearchivs Büsum, er hatte die Historie der Eisenbahn der Gemeinde Büsum gesammelt und niedergeschrieben. Für jeden Eintrag in der Chronik sind im Archiv Belege und Zeitungsausschnitte hinterlegt.

1015-rect green Die Abschnitte können auf-/ zugeklappt werden durch Klick auf den Titel.

1878

Seit 1870 existierte in Wesselburen eine große Zuckerrübenfabrik, sie wurde mit Zuckerrüben von den umliegenden Feldern beliefert unter anderem über ein firmeneigenes Schmalspur-Bahnnetz (750 mmm) von stattlichen ca. 30 km Länge - betrieben mit mehreren Kleinbahn Dampfloks.

Die Bahnstrecke Heide-Wesselburen wurde am 19.10.1878 eröffnet, mit einem Anschluß zur Zuckerfabrik. Damit konnten die Erzeugnisse der Zuckerfabrik nun endlich über eine Regelbahn abgeführt werden.
Bahnhof Wesselburen1  Bahnhof Wesselburen3
Bhf Wesselburen   

Zuckerfabrik2
Zuckerfabrik Wesselburen mit Schmalspurbahn

1883

Bf Büsum - das erste Bahngebäude
Die Eisenbahnzeit beginnt für Büsum 5 Jahre später, am 15. November 1883, als die Verlängerung der "Westbahn" von Wesselburen nach Büsum eröffnet wurde....sehnlichst erwartet vom Büsumer Fischhandel, der nun seine verderbliche Ware schneller  in die Städte liefern konnte.
Die Berufsfischerei in Büsum konnte sich erst nach dem Bahnbau richtig entwickeln.

Doch der Bahnbau stieß auf erheblichen Widerstand, sowohl in Heide als auch in Wesselburen:
  • Als die Eisenbahnlinie Heide-Wesselburen bis ins Nordseeheilbad verlängert werden sollte, stieß das bei so manchem Hebbelstädter sauer auf. „Wir Wesselburener, die wir durchschnittlich wohl kaum einmal jährlich den Ort Büsum sehen, kommen wohl ohne sonderliche Beschwerde zu Fuß oder per Omnibus dorthin.“ Das schrieb ein Hebbelstädter im Januar 1883 an den „Dithmarscher Boten“. 
  • Auch aus der Kreisstadt Heide kamen Bedenken gegen das Vorhaben.

Die Westbahn war ein Privatunternehmen "Wesselburen-Heider Eisenbahn Gesellschaft", sie  hatte bereits 5 Jahre zuvor die Bahnstrecke Heide - Wesselburen geplant und gebaut. Das Hauptinteresse dieser Bahngesellschaft lag darin, die Zuckerfabrik in Wesselburen an das Bahnnetz in Heide an zu schließen.

Besitzer dieser Zuckerfabrik war zu der Zeit die Familie Schröder, die auch in Österdeichstrich (in der Gemarkung Büsum) einen großen Gutshof besaß, genannt Gut Osterhof. Auch dort wurden Zuckerrüben angebaut.
Neben der Gemeinde Büsum hatte also auch die Zuckerfabrik ein großes Interesse an einer Bahnverlängerung nach Büsum. Schröder "sponserte" den Bahnbau unter der Bedingung, dass in Österdeichstrich (in der Gemarkung Büsum) eine Zwischenstation mit Namen "Bf Osterhof" eingerichtet wurde mit einem Ladegleis an der Ostseite. Von dort verlegte er eine ca. 2 km lange Feldbahn (600 mm) zu seinem Gutshof. Die Gleise lagen direkt neben der Landstraße (heutige B203), es war eine Pferdebahn mit eigenentwickelten Loren.
karte osterhof  1931 Osterhof mit Feldbahn und 4 Bhf-Gleisen

Vermutlich wurden die beiden anderen Zwischenstationen Bf Reinsbüttel und Bf Süderdeich (auf der Gemarkung Wesselburen) ebenfalls nur eingerichtet, um die Zuckerfabrik zu beliefern.

Nutznießer der neuen Bahn wurden in den nächsten Jahren:
- die Landwirtschaft,
- die Fischerei,
- der Fremdenverkehr,
- die Eisenbahner selbst, denn die Bahn brachte Arbeitsplätze

Aus "Kurznachrichten der BD Hamburg" aus dem Jahr 1883 (...hier mehr):
17. Oktober
  • Die auf der Feldmark des großen Vorwerks „Osterhof“ im Kirchspiel Büsum erst neulich angelegte sog. Spalding‘sche Feldeisenbahn hat sich als sehr zweckmäßig und leistungsfähig nach den jetzt angestellten Versuchen erwiesen. Die Feldeisenbahn hat eine Länge von 2500 Metern. Die Wagen, die auf dieser Bahn in Betrieb sich befinden, sind mit 8 Rädern versehen und haben dieselben eine Tragfähigkeit von 60 Centnern. Jn der letzten Zeit soll man täglich 6000 Centnern Zuckerrüben darauf befördert haben.

15. November
  • Nachdem am 1. d. Mts. die Büsum-Wesselburener Bahn dem Güterbetrieb übergeben ist, hat gestern die Einweihung derselben stattgefunden und wird die Bahnstrecke von heute an auch für Personenbeförderung verwendet. Zur gestrigen Einweihung war von Neumünster ein Extrazug abgegangen, der die Direction, Mitglieder des Aufsichtsraths, einen Vertreter der Regierung etc. beförderte.

1900 ...

Bäder Extrazüge 1889
1892    Die Büsumer Schule unternimmt ihren ersten Ausflug mit der
            Eisenbahn nach Albersdorf

1900    Abbruch des Lokomotivschuppen.
1903    Badeverwaltung an Eisenbahndirektion. Frage nach Rückfahrkarten.
1904    400 Fahrkarten wurden am Sonntag von Wesselburen
           nach Büsum ausgegeben.
1904    Bahnhof Büsum erhält elektrisches Licht.
1905    Fahrplan Heide - Büsum. 35 Sonderzüge.
1907    Der Bahnhof Büsum bekommt eine "Perronsperre"
1908    Gesuch an Eisenbahndirektion. Betr: Eilzugpaare.
1908    Die erste Wagenklasse wird zu wenig benutzt.
1909    Bahnhofvorsteher Holtorf - Osterhof 25 Jahre auf Station.
1909    Unfall am Bahnhof. Der Weichensteller Joh. Ick tödlich verunglückt.
1909    Die Bahnhofswirtschaft in Büsum ist zum 1.11.1909 zu verpachten.
1909    Die Bahnhofswirtschaft ist an Brinkmann verpachtet.
1910    Gesuch des Amtsausschuß an die kgl. Eisenbahndirektion.
1910    Praktische Einrichtung : Tafel mit Abgangszeiten der Bahn
1910    Stiefmütterliche Behandlung der Bahnpassagiere zwischen Heide und Büsum.
           Ferkel bisher in der 4. Klasse transportiert müßen in den Packwagen..
1911    Die neue Drehscheibe am Bahnhof ist in Betrieb genommen worden.
1911    Auto-Dresine Heide - Büsum .
1911    Sonderzug Heide - Büsum zur Segelregatta.
1911    Zugverspätungen sind allmählich alltäglich.
1913    Eisenbahnverwaltung: Ausschreibung für Dienstwohnung.
1913    Das Haus für zwei Beamte soll an der Chaussee beim Bahnhof
           gebaut werden.
1913    Für Kranke Personen mit Bahnbeförderung kostenlose Tragesessel.
1913    Feriensonderzug mit 500 Personen nach Büsum.
1913    Eisenbahnverwaltung lehnt Sonntagsfahrkarten Heide - Büsum ab.
1913    Damen mit ungeschützten Hutnadeln sind von der Bahnbeförderung ausgeschloßen.
1913    30 Jahre Eisenbahn.
1914    Lokomotive auf der Büsumer Drehscheibe entgleist.
1914    Erweiterungsbau am Bahnhof. div. Kostenanschläge der Firmen.
1914    Fahrplan Militärzug. - Lokalzug vom 3. - 6. Mobilmachung.
1914    Umbau des Bahnhofs macht Fortschritte.
1915    Bahnhofsneubau gerichtet. Vom alten Gebäude das Pappdach abgerissen und
           ein neues Ziegeldach für das gesamte Gebäude.
1915    Die neuen Räume können bezogen werden, der Eingang und die Warteräume
           sind demnächst fertig.
1916    Im Eisenbahnabteil fiel Frau Reiher aus Büsum beim Rangieren der Lok so heftig mit
           dem Kopf gegen die Wand, daß sie eine Gehirnerschütterung davontrug.
1917    Bei dem Eisenbahnunglück am 4.1. bei Tiebensee wurden 12 Güterwagen und
           2 Personenwagen beschädigt. Unfallbericht 
1917    Das Eisenbahnunglück bei Tiebensee forderte ein Opfer. Der Postschaffner E.Haack.
1917    Planerweiterung des Bahnsteigs in Osterhof.
1918    Der Zug Heide - Büsum durch Schneeverwehungen 2 Stunden Verspätung.

Ruhrflüchtlinge nach dem 1. Weltkrieg
auf dem Bf Büsum
Buesum-Ruhrfluechtlinge
Im Hintergrund: Preuß. Abteilwagen

1920 ...

Fischverladung Büsum
1920    Neues Zugpaar für Juli / August eingelegt
1921    das erst 1914 errichtete neue Bahnhofsgebäude soll erweitert werden.
1922    Ab 1. Juni verkehren täglich die Bäderschnellzüge Hamburg - Niebüll.
1922    Die Drehscheibe auf dem hiesigen Bahnhof wird durch eine
           größere (16m) ausgewechselt und von einer Hamburger
           Firma gebaut werden.
1925    Die Bahnverwaltung aus Altona besichtigt Büsumer Bahnverhältnisse.
           Eine Erweiterung der Gütergeleise ist nicht zu umgehen.
           Es sollen Güterzüge bis Büsum durchgehen. Eine Kopframpe ist sehr erwünscht.
           Neue Personenwagen der vierten Klasse sollen nicht mehr Kastenwagen,
           sondern Abteilwagen sein.
1925    Vorbesprechung betr. Anschlußgeleise über Ostdeich zum "neuen Hafen".
           Mit der Badeverwaltung sollen Verhandlungen über Sonntags - Sonderzüge
           aufgenommen werden.
1925    Nach neuem Sommerfahrplan ab 5. 6. soll ein Triebwagen
           zwischen Büsum und Heide verkehren.
1925    Es werden in Büsum 5 Kühlwagen bereitgestellt.
1926    Ab 15. Mai gilt der neue Sommerfahrplan. Für Büsum zwei Zugpaare mehr.
           Vom 1. Juni bis 30. September täglich Bäderschnellzüge nach Hoyerschleuse.
1926    Die Reichsbahn veranstaltet eine Sonderfahrt von Neumünster nach Büsum.
           Büsum Ankunft 1/2 11 Uhr. Empfang mit Musik und Abfahrt abends 9 Uhr.
1926    Auf dem hiesigen Bahnhof wurden vom 1.6.1925 bis zum 1.10.1926
           10.000 Bahnsteigkarten verkauft.
1927    Erweiterter Güterbahnhof hinter Cl. Thießen; es wird eine neue Rampe fertiggestellt.
1927    Auf der Gemeindetagung der beiden Dithmarschen wird die Anschaffung von elektisch
           Licht für die Bahnstationen besprochen.
1928    Die Reichsbahn will nur noch zwei Wagenklassen fahren lassen.
           Eine vierte und eine zweite Klasse. Die erste und dritte rentiert sich nicht.
           Die erste Klasse nur in Luxus und D - Zügen.
1928    Aus Kiel und Hamburg kommen am Sonntag je ein Sonderzug.
1929    Wieder verbilligte Feriensonderzüge der Reichsbahn.
1929    Der erste Wochenendzug von Hamburg-Altona wird am 8. und 9. Juni zu ermäßigten Preisen
           fahren.
           Die Teilnehmer haben freien Eintritt zum Strand und können in den Hotels für 7,50 RM
           Übernachtung und Verpflegung haben.
1925: ein Ortsplan aus damaliger Zeit
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Quelle: Museum am Meer, Büsum

1930/40 ...

1936 Abschied K.d.F.
1931    Die Überdachung des Bahnsteiges wird erwogen.
1932    Der Sonderzug von Hamburg brachte 300 Tagesgäste nach Büsum.
1933    Ein Sonderzug aus Flensburg brachte 1000 Gäste nach Büsum.
1934    Am 1.Juni soll der erste K.d.F. - Sonderferienzug aus Hamburg
            kommen.
1934    Am 17. und 24 . Züge aus Würtemberg und Baden.
1934    Ein Sonderzug aus Husum brachte den dortigen
            Eisenbahner - Verein mit 374 Gästen nach Büsum.
1934    500 Lübecker machten eine Fahrt ins Blaue mit der Bahn nach Büsum.
1935    Aus Lübeck kam ein Sonderzug mit 1000 Gästen.
1937    Landrat Beck gibt bekannt das auch die Stillegung des Südringes der Kreisbahn erfolgen muß.
1937    Kreisbahn Norderdithmarschen stellte den Personenverkehr ein.
            Der Güterverkehr bleibt einstweilen in Betrieb.
            Die überflüssigen Schienen werden für den Büsumer Hafenbau verwertet.
1944    Fahrplan
          1945
          Kohlverladung in Büsum (1940er Jahre)
          IMG 3117s

1950 ...

Bäderzug 50er Jahre
1950    Die Innenräume des Bahnhofs werden in Selbsthilfe
           der Bahnbeamten gestrichen.
1950    Bundesbahn - Direktionen tagten in Büsum wegen Winterfahrplan.
1950    Die Drehscheibe auf dem Bahnhof wird erneuert.
1950    1. Teilabschnitt der Hafenbahn:
            
Vom Bahnhof wird im Bogen ein Gleisanschluß durchgeführt,
            passiert die Stöpe und endet zwischen Hafenbecken II und III,
 
           es war sogar geplant die Errichtung eines Sommerbahnhofs etwa
            in Höhe des Hotels "Schloß am Meer"
            Näheres über die Hafenbahn auf einer separaten Seite --> hier
1951    Bahnbeamte erneuerten selbst das Innere des Bahnhofs und
           legten am Prellbock vor dem Bahnhof ein Beet an.
1952    Werbefilm der Bundesbahn zeigt die gewaltigen Leistungen der Bahn.
1952    Eisenbahn wirbt durch Modell-Eisenbahn - Werbeschau am 9.4.
1952    Im Bahnhof wird ein Verkaufsstand eingerichtet.
1952    Die große Wende. Vor 75 Jahren begann der Bahnbau Wesselburen-Büsum. (Zeitungsartikel)
1952    Für den Unterbau des zu bauenden Hafenbahn-Gleisanschlusses traf ein
             grosser Greifbagger ein, 
der von der Polizei bewacht durch den Ort fuhr.

1953    17.11. 70 Jahre Eisenbahnanschluß
                                 Die Zeitung schrieb:
Am 15. November jährte sich zum 70. mal der Tag der Inbetriebnahme der 1883 von Wesselburen nach Büsum verlängerte "Westbahn", die bis dahin nur Heide mit Wesselburen verbunden hatte. Die Westbahn war ein Privatunternehmen, das 1890 vom Preußischen Staat übernomen wurde.
Der Bahnhof bestand damals nur aus einem kleinen einstöckigen Gebäude mit einem einfachen Güterschuppen in Fachwerkbau. Vor dem Bahnhof stand eine Petroleumlaterne auf einem 3 Meter hohen Holzmast. Es war die Zeit der Billets, Perrons und der Kondukteure.
Für Büsum sollte dieser Schienenanschluß an die große Welt, der die Hauptstädte Europas verbindenden großen Staatsbahnen von allergrößter Bedeutung werden.
Während schon seit Einrichtung der Post im Haus der danach ihren Namen führenden "Alten Post" Büsum im Jahre 1866 Telegraphenanschluß erhalten hatte, wurde erst 1900 der erste Telefonapparat in dem 1894 bezogenen neuen Postgebäude in Betrieb genommen. Die ersten Telefonanschlüsse wurden 1902 gelegt. Heute besitzt Büsum bereits über 290 Fernsprechanschlüsse.
1953    Fahrplan
          kbs112f heide-buesum w53-54 im HistorForum von Oliver-Altona
           Winterfahrplan 53-54

1954    Ab 23. Mai bessere Zugverbindung nach Heide und Einsatz von Triebwagen.
1954    Auf dem neuen Bahngleis der Bundesbahn am Hafenbecken 2 hob ein
            Spezialkranwagen 
den 30 to schweren Bagger auf einen Tieflader der Bahn.
1955    Im Hafenkoog sprang Lokomotive und ein Wagen aus den Schienen.
            Ein Aufräumzug aus Husum reparierte die Gleise.
            Der Tender mußte von der Lok abgeschweißt werden.
1957    7.6. Das Bahnhofsgebäude wird gestrichen.
1958    Die Bundesbahn erhebt ab 1. 2. erhöhte Preise.
1958    4.3. Die Bundesbahntarife wurden erhöht.
1958    21.3. Bundesbahn hat im neuen Fahrplan eine bessere Verbindung nach Büsum.
1958    3.6. Elektrische Triebwagen (ETA) werden ab 1.6. auch auf der Strecke Heide - Büsum
           von der Bundesbahn eingesetzt.

           ETA fuer HP
           Bild: nach 1968 

1958    5.12. Auf dem Bahnhof entgleiste eine Güterzuglokomotive.
           Ein Hilfszug aus Husum mußte sie wieder auf die Gleise setzen.
        Kohlverladen in Osterhof
        Kohlverladung am Bf Osterhof - irgendwo dazwischen war ich auch als Kohlverlader tätig

1960 ...

ETA in Osterhof

1961    12.5. Verbilligte Sonderzüge werden zu verschiedenen Veranstaltungen
           wieder von der Bahn von Hamburg aus eingesetzt 
           19.5. Ein Sonderzug wird von Büsum zur Holst. Schweiz eingerichtet.
1963    12.3. Bundesbahn muß Einschränkungen im Stückgutverkehr
            vornehmen.
1963    15.3 Die Abfertigungsbefugnis für Stückgut wurde aufgehoben
            für die Orte Osterhof, Reinsbüttel, Süderdeich und Tiebensee. 
            Diese Bahnhofsgemeinden werden zukünftig durch Unternehmer
            mit Kraftwagen bedient werden.
1963    26.3. Wegen Erneuerungsarbeiten auf der Bahnstrecke Heide- Büsum,
           wird der Personenverkehr zwischen Büsum und Wesselburen zeitweilig per Omnibus
           bewerkstelligt.(5.3 . - 10.4. und vom 17.4. - 22.5. außer Sonnabend und Sonntag.)
1965    Juni 65: Letzte Dampflokfahrt

           Ralf Storm 1 s
           Bild: an der Ladestraße Gleis 7

1966    11 .2. Unbesetzter Haltepunkt Osterhof
                
Einer Bekanntmachung der Deutschen Bundesbahn zufolge wird mit Wirkung vom 15. Februar 1966 die Haltestelle Osterhof für den Personen- und Gepäckverkehr in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt

Fahrkarten außer Zeitkarten werden durch die Zugbegleiter im Zuge verkauft. 
Versand und Empfang von Gepäck wird zweckmäßig über die Gepäckabfertigung Büsum abgewickelt. 
Für Wagenladungen des Güterverkehrs wird Osterhof als unbesetzte Ladestelle eingerichtet. 
Die Annahme der Wagenbestellungen und die Abfertigung der Frachtbriefe werden der Güterabfertigung Wesselburen übertragen. 
Nähere Auskünfte erteilen die Bahnhöfe Büsum und Wesselburen.

1966    12.7. Reger Zugverkehr
                                         
Den Bahnhof Heide, Umsteigestation nach dem Nordseeheilbad Büsum, passieren jetzt in der Hochsaison täglich 22 D- bzw. Eilzugpaare in Richtung Westerland und Hamburg, darunter elf Saisonzüge, die nur in den Sommermonaten verkehren. Nach Büsum fahren täglich 20 Züge hin-und zurück, von denen acht Zugpaare nur im Sommer verkehren. Außerdem sind an jedem Mittwoch zwei Sonderschnellzugpaare für Reisegesellschaften eingesetzt. Sie befördern Fahrgäste vornehmlich aus dem Ruhrgebiet und aus Süddeutschland nach Büsum.
1967    In einem Artikel der "Dithmarscher Landeszeitung":
           

Im "Dithmarscher Boten" vom 25. Juli 1883 lesen wir unter dem Titel "Heide contra Büsum".

Wir glaubten unsern Augen nicht zu trauen, als uns nachstehender Bericht übermittelt wurde. Was in aller Welt, fragten wir uns, hat denn Büsum Heide getan, deren Vertretung dem freundlichen Badeort keine Eisenbahn gönnt? Sie soll ja doch keinen Groschen dazu hergeben, ja der Stadtsäckel kann durch eine Verlängerung der Westholsteinischen Bahn nach Büsum doch nur bereichert werden, der Sonnabends-Markt doch nur dabei gewinnen! Was ist also der Grund, daß die Mehrheit der städtischen Vertretung eine Eisenbahn nicht will, welche der Stadt nur nützen, niemals schaden kann? Wir stehen hier vor einem Rätsel, das zu lösen jedem vernünftigen Menschen schwerfallen muß. Fragt man in Wesselburen den Gegner der projektierten Bahn nach seinen Gründen, so heißt es regelmäßig, daß der ganze Verkehr nach Heide geleitet werde, vermutlich fürchtet der Gegner in Heide, daß die Büsumer, wenn sie erst eine Bahn haben, ihre Sachen aus Hamburg holen. Übrigens lautet der uns gütigst zugesandte Bericht wie folgt:

Heide, den 19. Juli 1883.
In der gestern stattgefundenen Sitzung des Heider-Stadtverordneten-Collegiums standen sechs Punkte auf der Tagesordnung, unter Andern Punkt 1: "Wahl eines Delegierten zu der am 20. d. Mts. stattfindenden Generalversammlung der Westh. Eisenbahn-Gesellschaft event Ertheilung einer Information für denselben hinsichtlich der Vertretung der stätischen Actien". Da es sich in der Generalversammlung in Neumünster darum handelt, das Unternehmen der Gesellschaft auf den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Wesselburen nach Büsum auszudehnen, zu diesem Zweck das Grundcapital zu vermehren, von der Provinz und der Altona-Kieler- Eisenbahn Anleihen zu negociieren, der Gegenstand daher von großer Wichtigkeit war, so hielt ein Rathmann einen längeren Vortrag darüber, erläuterte denselben nach jeder Richtung durch Zahlen und Beweise, hob namentlich hervor, daß die Grundlage des Unternehmens eine vollständig solide sei, die Stadt in keiner Weise irgend ein Opfer zu bringen hätte und empfahl schließlich dringend dem Collegium, diesem Antrage der Direction und des Aufsichtsraths auf der Generalversammlung seine Zustimmung zu geben.
Nach einer kurzen Debatte, welche sich weniger auf Gegenbeweisführung als auf allgemeine Redensarten beschränkte, kam dieser Gegenstand zur Abstimmunng. Dieser Antrag wurde mit sieben gegen fünf Stimmen abgelehnt.
Der Ausfall dieser Abstimmung ist unendlich zu bedauern und läßt blicken, wie wenig man hier geneigt ist, mit den ländlichen Districten Hand in Hand zu gehen und zugleich recht bald vergißt, daß es gerade diejenigen Districte sind, denen man jetzt die allgemeine Wohltat einer Eisenbahnverbindung nicht zu Gute kommen lassen will, welche- stets und namentlich vor noch nicht langer Zeit bereitwillig für die Stadt Heide eingetreten sind, als es sich hier um eine keineswegs rechtlich begründete, sondern bloß aus Billigkeitsrücksichten zu erledigende, finanzlelle Angelegenheiten handelte, welche auch zu Gunsten der Stadt ausfiel. Wenngleich diese Abstimmung auf den weiteren Gang der Angelegenheit keinen wesentlichen Einfluß ausübt, so war dieselbe jedenfalls nicht politisch und bleibt in ihren Consequenzen bedauerlich."

Nun, 84 Jahre sind seitdem vergangen. Durch die modernen Verkehrsmittel sind die Leute näher gerückt. Schon lange heißt es nicht mehr Heide gegen Büsum, Heide mit Büsum. Alle Bürger der Landschaft Dithmarschen betrachten Büsum als ihr Seebad. Alle wünschen der kommenden Wintersaison einen guten Erfolg.

1968   21. Mai Versand und Empfang von Stückgütern geändert,
           der Stückgutverkehr am Bahnhof Büsum wird beendet
            Der Versand und Empfang von Stückgütern wird mit Wirkung vom 26. Mai 1968 über den Bahnhof Heide (Holst.) abgewickelt.
 
Von dort wird ein bahnamtlicher Rollfuhrunternehmer die Zuführung und Abholung der Güter übernehmen für die Orte: 
  • Büsum, Deichhausen, Hedwigenkoog, Neuenkirchen Norddeich, 
  • Österdeichstrich, Osterhof
  • Reinsbüttel, Schülp, Süderdeich, Tiebensee, Unterschar Strübbel, Warwerort, 
  • Wesselburen, Wesselburenerkoog, Westerdeichstrich und Wöhrden,
mit Haus-Bedienung zu festgesetzten Gebühren. Auskünfte über die Gebühren und die Bedienungszeiten erteilen die Bahnhöfe und der bahnamtliche Rollfuhrunternehmer.

Die örtliche Abfertigungbefugnis für Stückgut der Bahnhöfe Wesselburen und Büsum wird von diesem Zeitpunkt aufgehoben. 
Die Abfertigungsmöglichkeit für Expreßgut und Wagenladungen bleibt auf den Bahnhöfen Wesselburen und Büsum bestehen.
1968    Fahrplan Wi68-69
          KBS 112e Wi 68-69 Mail0001

1969   Die Drehscheibe ist noch nicht ausgebaut (weitere Details hier)
          Bues-1969-08

70-90er Jahre

80er Jahre
Über diese Jahre steht leider nichts in der Chronik.
  1. das Bahngebäude wird saniert, die beiden Giebel zur Gleisseite werden entfernt,
  2. Die Drehscheibe wird ausgebaut,
  3. Noch 1975 kommt ein Drittel der Kurgäste mit der Bahn,
  4. 1985 gibt die Bundesbahn eine Bestandsgarantie für die Büsumer Strecke bis 1991,
  5. bis 1988, starker Rückbau der Gleise, es bleiben nur 3 Gleise übrig ....mehr.

Status 1988 neu

Bis 1988 war der Rückbau der Gleisanlagen im Bahnhofsbereich abgeschlossen (das Bahnsteiggleis 1 wurde verschwenkt und an den Schuppen angeschlossen, die Gleise 5, 6 und 7 und das lange Abstellgleis 4 wurden ausgebaut). Der Hafengleisanschluß blieb bestehen (Zustand der Hafengleise noch in 1994 siehe hier).
  • 040588 00045cb1u
  • 040588 0003wgx8t
  • 040588 0002lax32
  • 040588 000185axj

Ende des großen Bahngebäudes .... Neuanfang

Abriss des EG 1999
1996   
Dem jetzigen Bahnhofsgebäude droht demnächst die Abrissbirne.
Der Supermarkt Wandmaker will das Gebäude von der Bahn AG kaufen, um es dann sofort abzureißen und dort seinen Verbrauchermarkt um gut das doppelte zu erweitern. Auf dieser Fläche soll der Verbrauchermarkt von bislang 1240 Quadratmetern Verkaufsfläche auf etwa 2.300 Quadratmeter erweitert werden.
Ein funktionales kleineres Gebäude wird gebaut werden, in dem der Fahrkartenverkauf und die Beratung weiter erfolgen soll.


Heute
1999    
Das große Bahngebäude wird abgerissen.
Ein kleiner Flachbau mit Bahn-Info Schalter wird errichtet.