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Bf Büsum Stellwerk

STW326-Buesum-1995-06-26-001  stellwerk-ort
Kurbelstellwerk Bauart Jüdel
Wie in dem Bild aus dem Jahr 1995 zu sehen, ist das Stellwerk schon außer Betrieb, es sind keine Stellseile mehr vorhanden.
Es zeigt die rote Kurbel zum Stellen das Einfahrsignals und die beiden blauen Kurbeln für die Weichenriegel der beiden Weichen 3 und 4, die beim Befahren der beiden Fahrstraßen überfahren wurden. Das Foto zeigt den letzten Zustand vor Abriss des EGs, es  war zuletzt nur noch eine der beiden Weichen in Betrieb (die mittlere blaube Kurbel ist festgebunden)
Die Weichen konnten in beiden Stellungen verriegelt werden durch die Kurbelrichtung (rechts rum / links rum gedreht); die zuletzt gedrehte Kurbelrichtung konnte am Stellkasten abgelesen werden.
links am Stellkasten: der Fahrstraßenhebel (2 Stellungen oben/unten für die beiden Fahrstraßen)

Hinweis zu dem Kurbelstellwerk Jüdel:
Mit diesen Kurbelwerken wurde keine Weichen gestellt, sondern nur die Weichenriegel betätigt. Die Weichen wurden entweder vor Ort per Hand gestellt oder durch einen separaten Stellhebel neben dem Kurbelwerk.
Signale konnten mit den Kurbeln gestellt werden.

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Betriebsabläufe:
Im Bf Büsum gab es folgende Stellwerks- und Zugsicherungsanlagen:
  • es gab nur 2 Einfahr-Fahrstraßen:
    • A1: nach Gleis 1
    • A2: nach Gleis 2
  • ein Einfahrsignal (2 flügelig gekoppelt, das also nur die beiden Stellungen Hp0 und Hp2 kennt), 
  • es gab keine Ausfahrsignale,
  • alle Weichen wurden vor Ort handgestellt,
  • 2 Weichen (Weiche 3 und 4), die in den beiden Fahrstraßen lagen, wurden von einem Stellwerk im Dienstgebäude verriegelt,
  • handgestellte Gleissperren in allen Nebengleisen 4 bis 7, zur Hafenbahn und zur Rampe,
  • das Einfahrsignal und die beiden Weichenriegel wurden mit Seilzügen und einem mechanischen
    Kurbelstellwerk der Bauart Jüdel
    gestellt. Es war in einem Vorbau im Dienstraum des Bahngebäudes aufgestellt,

Nutzung der Hauptgleise 1,2,und 3:
  • alle ankommenden Züge - auch Güterzüge - fuhren in die Bahnsteiggleise 1 oder 2 ein, normalerweise in das Gleis 2,
  • Gleis 3 diente nicht als Einfahrgleis,
  • Gleis 3 wurde für Güterzüge als Aufstellgleis genutzt, sowohl für Ausfahrten auf die Strecke als auch für Rangierfahrten in/aus dem Hafenanschluß,
  • aus allen 3 Gleisen, wie auch aus allen Nebengleisen, konnte auf die Strecke ausgefahren werden,
  • Gleis 3 wurde als Umfahrgleis für Gleis 2 genutzt (zu Zeiten der Drehscheibe auch für Gleis 1 nutzbar zum Umfahren); es hatte keine Gleissperre, 
  Nebengleise 4 - 7
  • Gleis 4 diente als Abstellgleis,
  • Gleis 5 lag am Ortsgüterschuppen,
  • Gleise 6 und 7 waren die Ladegleise,
  • Personen-Sonderzüge wurden tagsüber in dem langen Gleis 4 abgestellt; reichte das nicht aus - besonders an Regattatagen - wurden auch die Ladegleise 6 und 7 zum Abstellen genutzt,
  • in der Zeit, als einige Kühlwagen für Fischtransporte in Büsum stationiert waren (bevor die Hafenbahn gebaut wurde), standen diese auf dem Ladegleis 6.
 
Hafengleise:
  • die Hafengleise wurden als Anschlußgruppe behandelt,
       Bues-1969-04

Lokbehandlung:
  • es gab keine besonderen Lok-Abstellgleise oder -Schuppen,
  • es gab keine Einrichtungen für Lokbehandlungen (keine Wasserkräne, keine Bekohlung),

    Buesum-1955  Buesum-1975
                1955                                                                                        1975




Das Abzweiggleis zum Hafen wurde wie alle Nebengleise mit einer handgestellten Gleissperre abgesperrt.
Abzweig Hafenbahn Büsum